Tag 34: Dienstag, 3. Mai 2011 – Schluchten in Schottland

Veröffentlicht auf von Karin & Thomas

Heute schliefen wir einmal aus. Das heisst, wir stellten kein Wecker und erwachten kurz vor 8.00 Uhr. Draussen war es noch bewölkt und im Camper war es doch relativ frisch. In unseren Schlafsäcken hatten wir aber schön warm.

 

Wir frühstückten gemütlich, dann machten wir unseren Camper bereit. Bevor wir jedoch starteten gingen wir nochmals zum Finke River runter und gingen bis zur Glen Helen Gorge (Schlucht). Dort bestaunten wir die Schlucht, welche der Fluss in das Gebirge gefressen hat. Momentan ist der Fluss zwar nur ein Rinnsal mit kleineren und grösseren Tümpeln.

 

Mit dem Camper fuhren wir dann zuerst mal 25km zurück, also in die Richtung, woher wir gestern gekommen sind. Dort bogen wir auf eine Allradpiste ab, welche uns zum Redbank Gorge führte. Vom Parkplatz aus gingen wir zuerst zum Aussichtspunkt und dann dem ausgetrockneten Flussbett entlang, um in die Schlucht zu gelangen. Zeitweise war das Flussbett der schönste Sandstrand, dann mussten wir von Stein zu Stein hüpfen und zum Schluss noch um irgendwelche Tümpels mit Fischli herum. Es wurde langsam aber sicher warm, denn die Wolken verzogen sich rasch. Nach 1.2km erreichten wir das Wasserloch zuhinterst. Da wird die Schlucht ganz eng und man könnte mit Schwimmen noch weiterkommen. Dieser Wasserloch wird unterirdisch mit Wasser gespiesen, dies sieht man, weil es an gewissen stellen blubbert. Das schwimmen liessen wir aber sein und machten uns nach einer kleinen Pause wieder auf den Weg aus der Schlucht heraus. An den roten Felswänden suchten wir vergebens nach Felskängurus.

 

Zurück beim Auto mampften wir mal eine Orange, dann fuhren wir weiter. Den nächsten Halt machten wir in Ormiston Gorge. Eine weitere Schlucht, mit einem Wasserloch in der Schlucht. Nur ein Wasserloch, weil der Fluss selber eigentlich ausgetrocknet ist. Es sah da sehr idyllisch aus, das Wasser fühlte sich mit der Hand relativ kühl an.

In Ormiston Gorge machten wir ebenfalls unsere Mittagspause und picknickten auf einem Bänkli. Wir mussten wieder unsere Anti-Fliegencrème einreiben, dann hatten wir aber Ruhe von den Mistviechern.

 

Unsere Fahrt ging dann weiter durch das hügelige Gebiet der McDonnell Ranges. McDonnel, weil das Gestein der Hügel so Wellen hat, die das Mäc-M. ;-) Das Gebiet war hügelig und saftig grün, man könnte meinen, man wäre in Schottland. Wahrscheinlich würde jemand, der schon mal bei Trockenheit da war, die Gegend fast nicht wiedererkennen. Der Unterschied von Bildern der Trockenheit zu jetzt, ist also krass. Immer wieder mussten wir auf sogenannten Floodways (dort geht der meist ausgetrocknete Fluss einfach über die Strasse – rentiert wohl nicht Brücken zu bauen, wenn alle 10 Jahre mal Wasser kommt…) abbremsen, da die Strassen dort ziemlich stark beschädigt waren. Das ganze sieht noch nicht so alt aus.

 

Unser nächster Halt war das Ellery Creek Big Hole. Ein weiteres Wasserloch in einer Schlucht. Was für ein schönes Wasserloch! Sandstrand, Wasser, rote Felsen und blauer Himmel!

 

Der Tag war mittlerweile schon ziemlich weit vorgeschritten. Wir machten noch einen kurzen Abstecher bis Standley Chasm, verzichteten aber auf den Fussmarsch in die Schlucht, haben jetzt schon genug Schluchten gesehen. Dann fuhren wir durch bis Alice Springs. Plötzlich tauchten aus dem nichts die ersten Häuser auf, der Verkehr nahm zu, es wurde nicht mehr gegrüsst und auch schon Ampeln standen da am Strassenrand. Hoppla, wir sind wohl in der Zivilisation angekommen. In dieser Zivilisation steuerten wir dann den Stuart Caravan Park an. Dort buchten wir gerade für zwei Nächte, da wir jetzt eigentlich einen Tag zu früh in Alice Springs sind.

 

Wir bekamen eine Parzelle und richteten uns ein. Dann nahmen wir eine Dusche und danach gingen wir in die Laundry und waschten wieder mal eine Runde. Während dem die Wäsche über war, wurde vor dem Camper geaperölet (Thömu nahm sein nächstes Bierchen und Karin ein Fruchtsäftli). Leider wurde es sehr rasch kühler (16°C und kälter), somit mussten wir bald ins innere flüchten.

Nach dem Waschen kam das Kochen. Wir hatten noch Teigwaren, diese schmissen wir in eine Pfanne und mampften diese dann ein paar Minuten später. :-)

Abwaschen war noch die üble Pflichtübung nach dem Essen und dann widmeten wir uns im Camper den Büchern und dem Blog.

Als wir fürs Zähneputzen nochmals nach draussen Richtung Toiletten gingen, bemerkten wir, dass der Sternenhimmel hier schon nicht mehr so schön war. Zuviel Licht der Stadt trübte die Sicht, welche wir vorher im Niemandsland hatten (vergleichbar mit dem Sternenhimmel, welchen man bei uns in den Bergen sieht). Auch war es nicht mehr so still. Verkehrslärm, Polizei, Züge…

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