Tag 35: Mittwoch, 4. Mai 2011 – East MacDonell Ranges

Veröffentlicht auf von Karin & Thomas

Um 7.30 Uhr meldete sich der Wecker. Es ist recht frisch in unserem Camper geworden, nämlich nur noch 13°C. Thömu’s Schlafsack ist wohl nicht so gut isoliert, er jammerte über kalte Füsse… Scheinbar ist im Outback seit vorgestern der Winter eingekehrt. Am Kings Canyon konnten wir am Abend noch bei angenehmen Temperaturen draussen sitzen und über Tag wurde es locker über 25°C. Seit Glen Helen wird es nach Sonnenuntergang aber sehr schnell kalt und über Tag klettert das Thermometer noch knapp über 20°C.

 

Trotz den frischen Temperaturen standen wir natürlich auf und machten unser Frühstück bereit. Wir nahmen es draussen, da konnten wir uns etwas an der Sonne wärmen.

Dann mussten wir wieder alles in den Camper verstauen, obwohl wir am Abend ja wieder zurückkamen.

 

Dann starteten wir unsere Fahrt 15km aus Alice Springs raus, nochmals zurück Richtung Westen. Ziel Simpsons Gap, dort solle es Felskängurus in der Schlucht haben. Wir gingen den kurzen Weg durch die Schlucht (so weit wir konnten, denn wie in jeder Schlucht hatte es auch hier Wasser). Immer wieder schauten wir in die Geröllhalden, sahen aber leider kein Känguru.

 

Also ab ins Auto und wieder zurück Ostwärts. Ziel East MacDonnell Ranges. Dort wollten wir einen Loop machen. Zuerst führte uns Franzi, welcher wieder mal einen Einsatz hatte (Navi braucht es im Outback wirklich nicht und ist auch nicht zu brauchbar), aus Alice Springs raus, wobei wir zuerst noch eine Tankstelle brauchten. Dort leerten wir unseren zweiten Reserve-Kanister und füllten dann noch an der Zapfsäule nach. Der Diesel ist hier endlich wieder etwas billiger (1.75).

 

Mit vollem Tank gings dann auf dem Ross-Highway ostwärts. Der erste Halt machten wir am Emily Gap, diese Schlucht war aber nicht viel anders als die anderen, welche wir schon gesehen hatten. Also weiter bis zum Trephina Gorge Nature Park. Der Abstecher nach John Hayes Rockhole scheiterte auf nicht einmal halber Strecke. Er war schon mit 4WD-only und hohe Bodenfreiheit gekennzeichnet. Dies hätten wir ja eigentlich. Auf dem schmalen Strässli über Stock und Stein kam unser Camper zum Teil aber arg in Schieflage, dass wir der Sache nicht mehr trauten. In einem ausgetrockneten Bachbett hatten wir Platz und wendeten.

Also zur Trephina Gorge, dorthin war die Strasse für alle Fahrzeuge offen. Doch plötzlich standen wir vor einem Flusslauf, welcher über die Strasse führte. Voller Freude steuerte Thömu unseren Camper durch den Fluss. :-) Karin traute der Sache zuerst nicht so recht. Nach dieser Querung kam dann noch eine Zweite, welche das Wasser doch immerhin auf die Motorhaube spritzen liess.

Beim Parkplatz Trephina Gorge schlugen vor dem Camper unsere Campingstühle auf und picknickten. Dabei unterhielten uns ein Eidechsli und ein härziges Mäuschen, welches sehr viel zu tun hatte und äusserst schreckhaft war. Nach dem Zmittag gingen wir noch Richtung Schlucht. Die Trephina-Schlucht ist nicht so tief, der Fluss verunmöglichte es aber, weit zu gehen. Zuhinterst wollte Thömu noch um die Ecke sehen und musste somit durch den Fluss waten, welcher relativ warmes, aber nicht einmal knietiefes Wasser führte. Als auch Thömu wieder von seinem Kurzausflug zurück war, gings zurück zum Camper, wo mal seine Füsse abgespült werden mussten. Dann fuhren wir zurück zum Ross-Hwy, diesmal wurden die Flussquerungen eifrig gefilmt. :-)

 

Bis zum Ross River Resort war es nicht mehr weit. Kurz davor wollten wir eigentlich nach Süden abbiegen über eine Strasse durch die N’dala-Schlucht. Diese Strasse war jedoch schon bei der Abzweigung mit „Road impassable“ gekennzeichnet. Trotz vielen Fahrspuren verzichteten wir auf den Abstecher. Somit konnten wir den Loop nicht machen und mussten den gleichen Weg wieder zurück. Über die asphaltierte Strasse, durch die sehr hügeligen East MacDonnell Ranges, welche kaum frequentiert war, ging die Fahrt ziemlich Rasant. Kein Wunder, Karin sass auch am Steuer :-)

 

Unser nächstes Ziel war der Flughafen. Dieser war von der Einmündung des Ross-Highways in den Stuart-Hwy nur 9km entfernt. Wir wollten fragen, ob wir evtl. unser Gepäck für den morgigen Flug schon am Morgen einchecken könnten.

Wir könnten aber erst ab 11.30 Uhr einchecken. Merci.

Nächster Programmpunkt war das Ghan Railway Museum (ja, das musste noch sein, wenn wir schon X-Kilometern dieser alten Strecke entlang gefahren sind). Der absolute Hammer war das Museum also nicht, drinnen wurden ein paar interessante Sachen erzählt (Spurweite von 1067mm) und draussen standen ein paar verrostete Lokis herum. Imposant war die riesige Küche im „Küchenwagen“. Da wurde früher wohl immer frisch gekocht! Fertig gehöbelert.

 

Nun ab ins Getümmel von Alice Springs. Wir steuerten zuerst den Woolworths an, wir brauchten noch etwas für unsere BBQ-Pfanne! :-) Ausserdem hatten wir fürs morgige Frühstück kein Brot mehr. Im Woolworths fanden wir dann tatsächlich mal ein Brot, welches wie ein Brot aussah. Morgen mal schauen, ob es dann auch gut ist. Dann wieder zum Camper. Was uns in Alice auffällt, ist, dass überall Aborigines herumhangen. Da scheint wohl einiges zwischen den Weissen und den Urvölkern nicht im Lot zu sein.

Wir fuhren durch den Feierabendverkehr (ist auch in dieser Wüstenstadt ziemlich ausgeprägt) zum ANZAC-Hill. Schon wieder ANZAC… Fast in jeder Stadt hat es eine Gedenkstätte für ANZAC… Wir gingen natürlich nicht wegen ANZAC dorthin, sondern weil man von da aus einen guten 360° Blick hatte. Im Süden sieht man die Schlucht, wo Strasse und Bahn von Süden nach Alice Springs durchführte. Dann die MacDonnell Ranges im Westen und im Osten sowie die unbewohnten Weiten im Norden Richtung Darwin. Alice Springs selber scheint nicht wirklich gross zu sein. Wir genossen die Aussicht und die Abendsonne, der Wind beförderte uns bald wieder zurück ins Auto.

 

Nächster Halt Campingplatz. Unsere Parzelle war glücklicherweise immer noch frei. Einmal mehr installierten wir uns. Nach einem kleinen Apéro draussen, da war es noch schön warm, begannen wir bald einmal mit Kochen (da wurde es eben schon frisch).

Wir mussten unbedingt unsere Peperoni und die zwei Zuccetti machen. Da diese Menge Gemüse etwas viel war, schmissen wir dann eben nur noch das Fleisch in die Pfanne. Das feine Eye-Fillet vom Rind (Fr. 15 für 370g!!!) gelang Thömu bestens – für Karin Medium und für ihn Medium Rare.

Gemütlich assen wir unser letztes Essen im Camper bei einem Glas Wein – Natürlich Shiraz Cabarnet Savignon von Wolf Blass 2010. Nicht schlecht dieser Tropfen, aber noch etwas zu Jung und der Wein im Barossa Valley war doch etwas besser.

 

Schlussendlich mussten wir natürlich noch abwaschen. Dann Blog schreiben, lesen, viel korrigieren, da der Schreiber doch etwas zu viel Wein abgekommen hat (musste alleine die Flasche leeren) und den Abend ausklingen lassen. Und Tschüss

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