Tag 53: Sonntag, 22. Mai 2011 – Fraser Island Touri Tour
Heute ging der Wecker bereits um 05.45 Uhr! Wir hörten, dass es draussen regnete, super! Trotzdem, Duschen, Frühstücken und dann ab zum Haupteingang vom Campingplatz. Denn da wartete bereits der Bus auf uns, welcher uns zur Fähre, die nach Fraser Island geht, bringt. Wir waren die Ersten die abgeholt wurden und somit fuhren wir im Zick Zack in der Stadt herum und luden die anderen Tourbesucher auf. Eine Tourbesucherin ist hier besonders erwähnenswert: Sie hatte noch nichts gefrühstückt und holte das im Bus nach. So weit ja noch nichts aussergewöhnliches, als sie aber eine Kiwi hervorkramte, trauten wir unseren Augen nicht… Sie hat die Kiwi doch tatsächlich mit Schale (also wie man einen Apfel isst) gegessen. Nach 45 Minuten hatten wir alle aufgeladen und die Fahrt nach River Heads konnte losgehen. Rasant fuhr der Fahrer den Bus über die engen und zum Teil holprigen Strassen. Unterwegs sahen wir noch ein paar Kängurus auf den Feldern. Schön, wieder einmal ein lebendiges Känguru zu sehen…
Am Hafen verliessen wir den Bus und gingen zu Fuss auf die Fähre – mittlerweile bereits bei schönstem Sonnenschein! Um 08.30 Uhr waren alle Passagiere und Autos verladen und wir konnten loslegen. Wir sassen gemütlich auf dem Sonnendeck und beobachteten das Geschehen um uns. Da waren am Hafen zum Beispiel drei Jungs mit Angelruten und haben den Metallplättli-Köder immer wieder ins Wasser geworfen und wieder eingerollt. Manchmal hatten sie auch einen Fisch an der Angel und haben den einfach auf die Steine geworfen und dort liegen gelassen. Die armen Fische haben noch lange herumgezappelt. Kein schöner Anblick. Die Jungs fischten wohl aus Langeweile, nicht um etwas essbares nach Hause zu bringen…
Die Fahrt mit der Fähre über die Great Sandy Strait war super. Wir sahen sogar noch Delfine, welche manchmal auch herumsprangen (der Föteler war aber wie immer zu spät…). Nach 35 Minuten Fahrt, wurden wir auf Fraser Island, von unserem Guide Hayden, in Empfang genommen. Wir nahmen im grossen 4WD-Car Platz, wie auch die anderen 40 der Gruppe. Jep, wir waren Teil einer Ober-Touri-Gruppe :-). Nun konnte es also losgehen. Hayden, unser Guide war super! Er erzählte viel spannendes, hatte immer einen Witz auf Lager (hey folks…, hey guys…) und war im Besitz eines Bleifusses! Er steuerte den grossen Car mit einem höllen Tempo über die zum Teil sehr löchrige und schmale Sandstrasse. Da wir uns aber anschnallen mussten, war es für uns kein bisschen gefährlich, sondern Spass mit Achterbahnfeeling. Erster Halt vom heutigen Tag war bei Central Station. Dort stiegen wir alle aus und folgten unserem Guide. Er erzählte uns die Geschichte von dieser Central Station. Da gab es nicht etwa einen Bahnhof, sondern war das Zentrum der Insel, als da noch bis 1991 Waldwirtschaft betrieben wurde. Anschliessend machten wir uns zu Fuss auf den Weg zum Wanggoolba Creek (für uns Vancouver-Creek… ;-)). Das st ein Bach, welcher durch Grundwasser gespiesen wird und verläuft zum Teil unter dem Meeresspiegel. Dort liefen wir auf dem Boardwalk durch den Subtropischen Regenwald.
Als alle wieder im Car waren, gings weiter über die sandige Holperstrasse zum Lake McKenzie. Eigentlich wäre das der Höhepunkt der Tagestour, aber da die Sonne jetzt schon früh runter geht, wird der Lake McKenzie am Vormittag besucht. Wir machten uns nun zu Fuss auf den Weg runter zum See. Wow, was für ein schöner See. Weisser Sand, blaues Wasser und der grüne Regenwald im Hintergrund – dass ist der Lake McKenzie. In diesen See konnte man baden und Thömu machte dies auch. Er verschwand kurz im Wald und kam mit den Badehosen wieder zurück. Das Süsswasser (!) hatte eine Temperatur von schätzungsweise 20-24°C. Eins, zwei, drei und schön war Thömu im kühlen nass. Karin bevorzugte es heute, die Leute am Strand beim fötelen zu beobachten und verzichtete aufs baden. An diesen See hatten wir eine ganze Stunde Zeit. Wir hätten dort noch ruhig ein wenig mehr Zeit verbringen können, aber wir mussten weiter.
Nun war es Mittag und wir wurden zum Eurong Beach Resort gefahren. Das ist ein Hotel auf der Ostseite der Insel. Da können diejenigen übernachten, die eine mehrtägige Tour auf Fraser Island machen. Wir konnten uns dort am reichhaltigen Buffet mit Salat und warmen Essen bedienen. Wir schlugen zu, hatten unsere Mägen das Frühstück doch schon längst verdaut. Nach dem Essen wollte Kafi-Tante einen Kaffee – aber keinen Instandcoffee… Im Shop neben dem Hotel verkauften sie Kaffee aus der Maschine und wir bestellten uns dort was???? Genau: 2 Cappuccinos. Diese schlürften wir draussen an der Sonne mehr oder weniger schnell runter. Es reichte noch kurz für einen WC-Stopp und schon war es wieder Zeit für weiter.
Nun fuhren wir auf dem 75 Mile Beach (welcher aber nur 58 Meilen lang ist) in einem Höllentempo (signalisiert war 80!?! – ja, Strassensignalisation am Sandstrand!) bis zum Eli Creek. Der Strand ist die beste Möglichkeit, auf Fraser Island möglichst schnell, weit zu kommen. Auf den kurvenreichen Inlandsandpisten darf man nur 30km/h fahren. Aber am Strand kann man nur während der Ebbe fahren. Wenn Flut ist, sollte man es nicht wagen den Strand zu befahren. Thömu juckte es am Fuss, wäre er gerne selber über den Beach gedüst… ;-)
Am Morgen haben wir bereits die Info erhalten, dass man ab Eli Creek einen Rundflug für 70$ machen kann. Wir hielten nun beim Eli Creek an und luden die sieben Personen aus, welche den Rundflug machen wollten. Hayden, unser Guide, parkierte den Car so, dass wir beste Sicht auf den Start des kleinen Flugis hatten und lochte sich prompt ein. Mit einem schiggen Manöver gelang es ihm aber wieder, sich auszulochen… Huff, Schwein gehabt. Unterwegs trafen wir sogar noch auf ein Polizeiauto, welches wohl gerade auf Patroullie war – geblitzt hat es uns glaub nicht… ;-)
Als der kleine Flieger in der Luft war, steuerten wir Pinnacles Coloured Sands an. Da war der Sand extrem gelb und die Hügel dort waren mehrfarbig. Sah noch so cool aus. Natürlich hatte Thömu ein Chräschliseckli dabei und diesmal stibitze nicht Thömu den Sand, sondern Karin:-). Nun konnten wir hier noch die Landung vom Flugi mit ansehen, welche uns unsere 7 Leute wieder zurück brachte. Als wir alle wieder am Boden und im Car waren, fuhren wir nun wieder Richtung Süden zum Maheno Shipwreck.
Das Maheno-Schiff kam am 8. Juli 1935 in einem Zyklon in Seenot und strandete vor Fraser Island. Da steht es nun immer noch. Völlig vom Rost zerfressen, ein schönes Fotosujet. Der Guide bat uns, dass wir alle zuerst zum vorderen Teil des Schiffes gehen sollen, damit alle ein Foto vom Wrack ohne Leute drauf machen konnten. Fanden wir noch so clever und es haben sich sogar alle daran gehalten :-o.
Nach diesem 10-minütigen Stopp fuhren wir wieder zum Eli Creek. Das ist wieder ein Süsswasserbach, welcher dort ins Meer mündet. Wir liefen zuerst mal dem Boardwalk entlang hoch bis zum Einstieg in den Bach. Oben angekommen entschied sich Thömu, der immer noch in den Badehosen herumlief, dass er, wie die meisten, im Bach zurück laufen will. Das 18°C kühle Wasser war meistens Knietief, aber an der Einen oder Anderen Stelle war Thömu bis zu den Hüften im Wasser… Das war unsere letzte Station für heute und wir fuhren wieder zurück zum Eurong Beach Resort. Dort musste unser Guide den Car herunterwaschen, sonst sieht er vom Salzwasser am Beach bald so aus, wie das Schiffswrack. Als auch dieses erledigt war hiess es für uns zurück zu der Fähre.
In selben Tempo fuhr Hayden wieder zurück und bei der Fähre stiegen wir alle aus dem Car. Zu Fuss marschierten wir wieder auf die Fähre und nahmen wieder draussen auf dem Sonnendeck Platz. Um 17.00 Uhr legte die Fähre ab und wir konnten noch einen wunderschönen Sonnenuntergang geniessen. Was für ein Abschluss dieser super Tagestour. Übrigens, auf Fraser Island leben sehr viele Dingos. Leider, oder vielleicht zum Glück haben wir keinen einzigen davon zu Gesicht bekommen. Denn die Dingos von Fraser Island waren erst vor kurzem in den Schlagzeilen, als einer ein 3-jähriges Mädchen, welches gerade auf die Fähre lief, angegriffen hat…
Zurück in Rivers Heads wurden wir in zwei Cars verteilt und wieder zurück zu unserem Campingplatz chauffiert. Wie bereits auf der Insel, ging es auch hier äusserst rasant zu und her…
Zuerst holten wir uns an der Rezeption wieder den Code fürs Internet und danach gingen wir zu unserem Cabin. Dort waren wir knappe 10 Minuten bevor wir unserem Biff charterten und ans Meer fuhren, um eine Beiz fürs Znacht zu suchen.
Wir stellten Biff dort ab wo gestern und gingen nun in die andere Richtung. Dort hatte es nur noch eine Chinesen- und einen Thailänderbeiz. Auf beides hatten wir keine Lust und so blieb uns nichts anderes übrig, als dort einzukehren wo wir gestern bereits waren. Es hätte in Hervay Bay sicher noch andere Restaurants, aber dieses Kaff hat leider kein Zentrum und alles ist über eine weite Strecke verstreut.
Heute gab es für Thömu ein Eye Fillet mit Kartoffelstock und Gemüse und für Karin das Lamb Baltic Curry. Beides war sehr lecker, aber die Portionen waren einfach rieeeesig! Zum Schluss gönnten wir uns noch ein Espresso. Nachdem wir diesen entstanden Schaden beglichen hatten, fuhren wir zurück und liessen den Abend mit Blog schreiben und Route planen ausklingen. Bettruhe gab es heute um 23. Uhr.