Tag 33: Montag, 2. Mai 2011 – Gredi über die rote Strasse

Veröffentlicht auf von Karin & Thomas

Eigentlich haben wir den Wecker ja auf 6.30 Uhr gestellt. Waren aber irgendwie noch zu Müde um aufzustehen. Also blieben wir eben noch bis 7.00 Uhr liegen. Das Wetter war auch nicht so gut, wie erhofft. In der Nacht hat es noch geregnet und am Morgen war es bewölkt. Also hatten wir ja nicht gross zu pressieren. Darum duschten und frühstückten wir mal ausgiebig. Dann begannen wir unseren Bazar aufzuräumen. Als wir eigentlich schon fast startklar waren, plauderten wir dann noch ein wenig mit den anderen Schweizern, welche heute ungefähr die gleiche Route wie wir machen, nur dass wir zuerst noch den Kings Canyon abklappern werden. Schlussendlich wurde es 9.30 Uhr, bis wir mal bis zur Tankstelle fuhren. Hinter der Tankstelle leerten wir schon mal unseren ersten Kanister Diesel in den Tank, so mussten wir nicht mehr allzu viel vom 2-Franken-Diesel ab Zapfsäule reinlassen.

Als der Kanister leer war, gings dann eben noch zur Zapfsäule. Zusätzlich zum Most mussten wir uns noch eine Bewilligung (5.50$) für den Mereenie-Loop kaufen.

 

Endlich konnten wir nun zum eigentlichen Kings Canyon losfahren. 10km vom Campingplatz entfernt konnten wir schon wieder parkieren, machten den Rucksack bereit und starteten zur Wanderung Canyon Walk, welche mit 6km und 3.5h ausgeschildert war. Der Himmel war noch bedeckt und es war erst 18°C, eigentlich ideales Wanderwetter. Zuerst mussten wir noch eine Hei-Jou-Tube fötelen, dann ging es einfach mal gerade die Stufen Hoch bis zum Canyon Rand. Dies waren also innerhalb kürzester Zeit schon mal ca. 300 Höhenmeter. Rasch kamen wir auf dem Plateau an. Dann gings ein bisschen auf und ab dem Canyon entlang. Immer wieder gab es spektakuläre Aussichten in den Canyon mit seinen steilen und überhängenden Felswänden. Für den besten Lookout mussten wir noch zusätzliche 1.2km unter die Füsse nehmen, doch dieser Aussichtspunkt war absolut lohnenswert. Ab und zu zeigte sich sogar die Sonne und Thömu kam sogleich in Fotogstress. Zuhinterst im Canyon führte eine Treppe in den Garden of Eden runter. Mitten in den roten Felswänden war es grün mit Palmen, hatte Wasser und überall pfiffen die Vögelchen. Auf der anderen Canyon-Seite gings dann zurück Richtung Parkplatz. Hier legte sich Thömu mal noch auf den Boden, um über die überhängende Felswand runterzuschauen. Der Rückweg zum Auto zog sich dann noch ziemlich in die Länge. Es wurde immer wie wärmer, da sich die Sonne häufiger zeigte. Bei über 30 Grad wäre diese Wanderung wohl kaum zu machen. Mit allen Pausen und Fotostopps (welche bei Herr Ryf immer etwas länger gehen), brauchten wir 2h45min.

Beim Auto fresten wir schnell ein Jogurt ein und machten uns dann für die Weiterfahrt bereit.

 

Die Weiterfahrt ging wieder Richtung Kings Canyon Resort und von dort weiter über den Mereenie-Loop durch Aboriginal-Gebiet zu den West McDonnell Ranges. Der Mereenie-Loop darf offiziell nur mit 4WD-Fahrzeugen befahren werden und ist sozusagen eine Abkürzung nach Alice Springs. Führt aber auch ins Gebirge der Mc Donnell Ranges. Zuerst war die Strasse noch ziemlich weit asphaltiert, auf jeden Fall weiter als auf den Karten angegeben. Beim „Jump-up“-Lookout konnten wir einen letzten Blick auf den Kings Canyon werfen. Dann gings in flacheres Gebiet auf eine rote Sandpiste, wie sie im Outback-Buche steht. Gerade bis zum Horizont, voller Rillen und Schläge. Ein Foto musste natürlich auch noch sein, dann gings weiter. Die Strasse war zwischenzeitlich in einem recht guten Zustand. Man hatte zum Teil fast das Gefühl auf Asphalt zu fahren. Dann wurde die Strasse immer schlechter, selten konnte wir noch über 60km/h fahren und das Geholper ging durch March und Bein und dies über 100km weit! Mitten im Nirgendwo hatte es sogar noch Kilometerlange Baustellen! Selten kamen uns Autos entgegen. Aber ausgerechnet, als uns ein rücksichtsloser Fahrer mit vollem Garacho kreuzte, knallte ein Stein an die Scheibe. Glück gehabt, es hat zwar ein Näggi gegeben, aber die Scheibe hält.

Kaum waren wir nicht mehr auf dem Mereenie-Loop, war die Strasse wieder asphaltiert, obwohl dies nicht im Kartenmaterial so gekennzeichnet war. Wir waren froh, da wir die letzten Kilometer ziemlich durchgeschüttelt wurden. Es lebe der Asphalt!! Kurz vor dem Tylors Pass wurde es aber wieder holprig, bevor es über geteerte Strasse auf den 835m hohen Pass ging. Dort machten wir einen kleinen Stopp und genossen den Ausblick. Von da war der Meteoritenkrater „Gosse Bluff“ zu sehen, wo vor 142 Millionen Jahren ein Meteorit einen Krater mit einem Durchmesser von 5km in die Erde geschlagen hat.

 

Dann zogen wir durch bis zum Glen Helen Resort, welches als erste Übernachtungsmöglichkeit in Frage kam. Auf dem idyllischen Campingplatz liessen wir uns nieder. An der Rezeption sahen wir noch zwei Bilder, auf einem ist Glen Helen drauf, wenn es trocken ist, auf dem anderen Glen Helen heute. Ein kleiner Ort in saftigem Grün. Sonst wäre wohl alles ein bisschen roter.

 

Da noch gerade die Abendsonne schien, gingen wir noch zum Fink River und genossen die Abendstimmung mit den roten Felswänden.

 

Bald hatten wir Hunger und starteten den Gaskochherd und kochten uns Reis, machten BBQ-Chicken in der Bratpfanne (Aussies machen ihr BBQ meistens auf heissem Eisen statt Glut) und gaben dann noch Sweet&Soure Sauce dazu. Es war ganz gut. Leider mussten wir an diesem wunderschönen Abend drinnen essen, es wurde ziemlich frisch draussen, so war es nach Sonnenuntergang nur noch 15°C.

Im Camper besprachen wir schlussendlich noch die nächsten drei Outback-Tage und schrieben Blog bei einem Glas Wein.

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