Tag 32: Sonntag, 1. Mai 2011 – Rote Felsen im Regen
Der Wecker meldete sich bereits um 6.00 Uhr. Wir wollten mal den Himmel checken, ob es wohl einen Sonnenaufgang geben wird. Die Chancen standen nicht sehr gut, in der Nacht hat es nämlich noch ein bisschen geregnet. Aber als wir zum Camper hinausschauten, sahen wir Sternenhimmel. Also los, sofort aufstehen, Morgentoilette machen und dann den Camper fahrtüchtig machen. Um 6.30 Uhr fuhren wir los Richtung Uluru. Überall war schon reges Treiben, hatten wohl viele das gleiche im Sinn wie wir.
Unterwegs wurde es bereits langsam hell. Wir sahen, dass es doch relativ viele Wolken hatte. Dennoch steuerten wir den Sunrise-Point an. Zuerst verfuhren wir uns noch tatsächlich, verpassten nämlich die Abzweigung zum Sunrise-Point. Sofort kehren und ab zur Richtigen Strasse, wir kamen noch beinahe in den Stress, war es doch schon kurz vor 7.00 Uhr und die Sonne geht um 7.07 Uhr auf.
Wir erreichten den Punkt doch noch rechtzeitig, parkierten unser Camper und gingen die letzten Meter zu Fuss. Es war nicht zu verfehlen, massenhaft Touristen waren auf der Plattform und warteten auf die Sonne. Immerhin fanden wir auch noch ein paar Lücken um ein Foto Richtung Morgenrot zu machen. Und tatsächlich, um 7.07 Uhr kam die Sonne über den Horizont und erleuchtete den Ayers Rock in rot. Zwar nicht so wahnsinnig schön, wie es beim Sonnenuntergang sein soll, aber immerhin. Kaum war die Sonne da, verschwand sie wieder hinter den Wolken, welche knapp über dem Horizont waren. Als der grösste Teil der Touristen verschwunden war, gingen auch wir zum Camper zurück und Frühstückten zuerst mal richtig. Dann rieben wir uns schon mal die Anti-Fliegen-Crème ein und schon beim Gang aufs WC merkten wir, dass die Salbe wirkt! Manchmal kreist noch eine Fliege um den Kopf, aber in Nasen und Ohren Kriechen sie nicht mehr! Super!
Nach dem Frühstück setzten wir uns wieder in die Fahrerkabine und fuhren zum Uluru Kata Tjuta Cultural Centre. Hier informierten wir uns über Australiens Ureinwohner, den Aborigines. Da wurde das Zusammenleben mit den Einwandern, über ihre Kenntnissen zur Natur und ihren Glauben berichtet.
Als wir dies gesehen hatten, fuhren wir Parkauswärts. Beim Sunset-Point für Carreisen (ja, es gibt einen für PW’s und einen für Carreisen), machten wir auch noch einen Halt und siehe da, der Ayers Rock erstrahlte für ganz kurze Zeit im Sonnenlicht. Thömu legte schnell einen Spurt hin, zack Foto und schob war der Spuck wieder vorbei.
Also weiterfahren zu den Olgas oder wie sie die Aborigines nennen, zu den Kata Tjuta. Die Fahrt zog sich in die Länge, kein Wunder, sind sie doch 46km vom Uluru entfernt. Als wir dort das Auto verlassen wollen, begann es gerade zu Regnen an. Super, im trockenen Outback noch Regen!? Wir beschlossen zuerst mal zu den Felsen zu fahren. Beim dortigen Sunset-Point war es gerade trocken. Also konnten wir dort schon mal ein Foto machen, welches das wohl bekannteste Olga-Sujet ergab. Kaum waren die Bilder im Kasten, begann es auch hier zu Regnen. Ab ins Auto und dann weiter zum Parkplatz ganz vorne an den Felsen. Es regnete und windete ziemlich heftig. Thömu motze etwas über das Wetter. Nachdem er fertig gemotzt hat, beschlossen wir, den Loop doch noch zu laufen. Schliesslich machten das die meisten andere auch. Wir zogen Pullover, Regenjacke und Hut an und gingen bei kühlen 17°C nach draussen und nahmen jetzt das ganze mit Humor. Wir beschlossen mal den Anfang des Valley of the Winds-Wanderweges (10km) zu machen. Wir gingen zum ersten Lookout, wo man eine schöne Aussicht in ein grünes, hügeliges Tal hatte. Wir beschlossen noch etwas weiter zu gehen. Im Talboden, wo sich der Rundwanderweg verzweigte, beschlossen wir umzukehren. Das Wetter war zu instabil und es regnete im Moment ziemlich stark. Wir schossen doch noch ein paar Fotos und gingen zurück zum Parkplatz, was auch fast wieder 2km waren.
Im Camper machten wir es uns noch mal gemütlich, und assen unser Zmittag. Sandwichs und Jogurt standen auf dem Programm. Am Parkplatz zum Wanderweg Olga Gorge schauten wir kurz raus, aber die Olgas sehen von weitem einfach besser aus. Beim Sunset-Point gab es nach einem WC-Stopp noch ein Olga-Foto bei Sonnenschein. Scheinbar scheint sich das Wetter etwas zu bessern. Dennoch fuhren wir nun wieder Richtung Yulara. Beim ersten Lookout, welchen wir bei der Hinfahrt ausgelassen hatten, war jetzt fast schönster Sonnenschein und wir konnten ein paar schöne Fotos machen. Dort oben war gerade jemand mit einem Selbstprotrait beschäftigt und wir dachten, dass der alleine unterwegs war. Als wir aber dann wieder beim Parkplatz angekommen waren, sahen wir, dass es sich seine Frau im Auto bequem gemacht hat. Der arme Kärli musste also das ganze Statif mit zum Aussichtspunkt schleppen, nur weil seine Frau diese paar Meter nicht gehen wollte. Also sooo was.
Nächster Halt Yulara war angesagt. In Yulara mussten wir noch ins Shopping-Center. Wahnsinnig, ist man im Outback und es hat fast nur Tankstellen, oder Roadhäuser und dann dieses Yulara mit Hotels, Restaurants, Shops und Freizeitangeboten, fast wie in einer Stadt! Thömu brauchte aus dem Souvenirshop noch ein Magnet. Als wir ein Café sahen, wurde Karin zapplig (3 Tage ohne Koffein) und bat um einen Kaffee. Also bestellten wir uns dort wieder einmal einen Cappuccino und besprachen das weitere Reiseprogramm. Noch eine Nacht hier und dann Morgen zum Kings Canyon, oder schon jetzt zum Kings Canyon? Da die Wetteraussichten für heute Abend sehr unsicher waren, beschlossen wir, nicht nochmals auf einen roten Ayers Rock zu spekulieren und noch heute zum Kings Canyon zu fahren.
Zuerst brauchten wir aber noch Frühstücksnachschub aus dem Supermarkt und noch einen vollen Dieseltank. Komischerweise war der Most hier mit 1.89 sieben Cents billiger, als am Highway vorne… Auch gut.
Dann nahmen wir die nächsten 300km unter die Räder. In Curtin Springs entdeckten wir noch den Dieselpreis-Rekord: 2.27, zum Glück mussten wir da nicht tanken!
Kurz nach Curtin Springs musste sich Thömu beim Mt. Conner Viewing Point noch etwas Sand einpacken und später gab es bei der Abzweigung Richtung Kings Canyon am Denkmal „Red Center Way“ noch eine kleine Fotosession.
Auf der Strasse 3 zum Kings Canyon, mussten wir immer wieder fötelen. Zuerst zauberte die Sonne einen Strahlenvorhang an den Horizont, dann verfärbte sie die Landschaft kurz vor Sonnenuntergang, so schön. Auch nicht ganz 100% Wetter kann schön sein, haben wir heute wieder einmal gesehen!
Leider erwischen wir im Outback immer wieder Vögel vor das Auto. Die werden durchs Auto hochgeschreckt und fliegen statt weg von der Strasse, direkt vors Auto. :-(
Beim Kings Canyon Resort buchten wir uns einen Camperstandplatz für satte 42$ plus 1% Kreditkartengebühr… Wir parkierten unseren Camper und installierten uns. Uns wurde noch das Outback BBQ-Restaurant schmackhaft gemacht, welches wir dann aufsuchten. Wir bestellten beide Kangaroo-Filet. Dies war sehr fein, wir mussten aber etwas lange darauf waren. Die musikalische Unterhaltung war aber recht lustig, einzig der Durchzug war etwas mühsam.
Zurück beim Camper bemerkten wir, dass wir noch 4 Schweizer Nachbarn haben. Zwei Jungs aus dem Züricher Oberland und ein älteres Pärchen, welche mit dem gleichen Camper wie wir unterwegs sind. Da sahen wir, dass wir mit unserem Camper wohl viel Glück hatten. Wir haben einen mit 29000km, die anderen einen mit 189000… Sie hatten schon einen Platten und eine kaputte Windschutzscheibe und auch sonst sei vieles nicht so, wie es sein sollte.
Wir unterhielten uns sonst noch etwas über die Reise und so. Während dem wir da ein bisschen plauderten, sahen wir auch wieder einmal Wildlife: Ein Dingo (wilder Hund) spazierte über den Platz und die Mäuse waren ebenfalls unterwegs.
Dann verabschiedeten wir uns mal und genossen noch etwas den schönen Sternenhimmel, bevor wir uns fürs Bett bereitmachten und auch noch Blog schrieben.