Tag 31: Samstag, 30. April 2011 – über endlose Weiten durchs Outback zum Ayers Rock

Veröffentlicht auf von Karin & Thomas

Der 6.30 Uhr Wecker war auch heute überflüssig. Ein Militärlastwagen (wieso kommen überhaupt Militärlastwagen über Nacht auf den Campingplatz?) starte seinen Motor bereits um 6.25 Uhr und als er 10 Minuten später startete, machte er noch eine Campingplatzrundfahrt, um schön alle Leute zu wecken…

Uns machte es ja nichts aus, da wir sowieso schon aufstehen wollten. Unser Tag startete wie immer mit Frühstück. Heute nahmen wir es drinnen, weil es draussen noch ziemlich frisch war. Dann packten wir schnell alles zusammen, damit wir losfahren konnten, standen heute doch über 700km auf dem Programm.

 

Um 7.50 Uhr starteten wir auf dem Stuart Highway nach Norden. Nun konnten wir wieder einmal auf einer asphaltierten Strasse fahren, das heisst aber noch lange nicht, dass es hier weniger abgelegen ist. Wir fuhren über 400km bis zur Abzweigung Richtung Ayers Rock. Zuerst verlief die Strasse durch Maulwurfgebiet (Ausbruchhügel der Opalminen). Dann immer wieder nach links, dann nach rechts, aber niemals gerade. Wieso man da nicht gerade bauen kann, weiss wohl niemand. Wir bretterten mit den zugelassenen 110km/h (manchmal auch etwas mehr… ;-)) durch die Gegend. In Marla wollten wir eine Kaffeepause machen, aber bei dieser Tankstelle hatte es nur so einen Kaffeeautomaten, den uns nicht gerade gluschtete. Also machten wir bloss Fahrerwechsel und fuhren weiter. Schliesslich hatten wir erst 200km auf dem Buggel. Auf diesem Highway sind Warntafeln zum Teil sogar auf Deutsch angeschrieben: Animal on the road = Tiere am Weg. :-)

 

Die nächsten 250km fuhr Thömu in Richtung Eldunda. Dort zweigt die Strasse zum Ayers Rock ab. Die Sonne war heute nicht der häufigste Gast. Unterwegs gabs sogar noch ein paar Regentropfen auf die Windschutzscheibe. Der Rest des Regens verdunstete auf dem Weg zur Erde. Die Landschaft war meistens sehr flach und wieder ziemlich grün. Besonders Büsche wiesen häufig ein sattes Grün auf, das Gras war schon eher verdorrt. Wir fuhren auch noch durch ein Gebiet, wo weite Landstriche unter Wasser standen, auf der Karte war jedoch kein See eingezeichnet.

 

Als wir von South Australia in den Bundesstaat Northern Territory wechselten, wechselte sich irgendwie auch die Landschaft, es wurde hügeliger, grosse rötliche Felsen lagen herum. Auch anders war die zulässige Höchstgeschwindigkeit, 130km/h, auf einer normalen Hauptstrasse! Wir fuhren dann auch mal so schnell, liessen später wieder davon ab, als wir merkten, dass unser Toyota so viel mehr Most soff. Ziemlich genau um 12.00 Uhr erreichten wir die Tankstelle in Eldunda. Eldunda ist eigentlich nur eine Tankstelle und ein Shop mit Fressbude. Das reichte uns eigentlich auch völlig, Diesel brauchten wir unbedingt, der Tank war fast leer. Es war ein teurer Spass, mittlerweile Kostet der Liter Diesel 1.96! In der Fressbude kauften wir uns noch zwei Pouletspiessli, die uns gerade anlachten und mampften diese draussen. Die Aborigines machten wohl auch gerade Mittagspause an der Tankstelle und benahmen sich etwas komisch…

 

Nach unserer kleinen Pause fuhr wieder Karin weiter Richtung Ayers Rock, oder besser gesagt Uluru. Unterwegs kamen uns noch zwei grosse Adler in den Weg, welche erst durch Hupen und verlangsamen der Fahrt sich in Bewegung setzten. Es ging weiter durch weites Niemandsland. Plötzlich tauchte ein roter Berg auf. Wir dachten, ohä, der Ayers Rock. Er schien uns aber irgendwie etwas unförmig und gar gross. Und siehe da, an einem Lookout sahen wir, dass dies der Mount Conner ist. An diesem Lookout war gerade ein Touribus hingefahren, darum hatte es jede Menge Leute. Thömu erblickte noch eine Spur einer Schlange im Sand. Von der Schlange war aber nichts zu sehen. Nach einer weiteren Stunde Autofahren, um genau zu sein 15:18 Uhr Ortszeit, oder wie sie hier schreiben 3:18 PM, konnten wir endlich das Wahrzeichen vom Outback sehen.

 

Weiter gings auf direktem Weg nach Yulara. Yulara ist das Ayers Rock Resort. Dort hat es jede Menge Unterkünfte, einen Campingplatz und ein Shopping-Center. Also steuerten wir schon mal den Campingplatz an, um ein Plätzchen zu ergattern. Das bekamen wir auch, aber zu einem stolzen Preis von 42$ für den Standplatz mit Strom!

 

Den Platz bezogen wir noch nicht, jetzt wollten wir zum Ayers Rock, oder wie die Abroriginals eben sagen, dem Uluru. Für sie ist dies ein heiliger Berg, darum sollte man ihn auch nicht besteigen. Zuerst mussten wir die Eintrittsgebühr für den Nationalpark Kata Tjuta (beinhalten Ayers Rock und Olgas) von 25$ pro Person (immerhin 3 Tage gültig) bezahlen.

 

Am Sunset-Point hielten wir ein erstes Mal an und genossen den Blick auf diesen markanten, roten Felsblock. Extrem rot wollte er nicht werden, da es mehrheitlich bewölkt war. Nach ein paar Fotos fuhren wir zum Felsen hin und hielten ein erstes Mal dort, wo man hinaufsteigen könnte. Wahnsinnig steil geht es da rauf. Keine Stufen, nur blanker Fels, zum Halten hat es eine Kette. Wir liessen es mit der Besteigung sein und gingen am Fusse des Berges ein paar Meter.

Die Fliegen nervten uns natürlich auch hier.

Zurück beim Auto fuhren wir weiter um den Felsen herum, bis zu den Waterholes. Dort gings nochmals zu Fuss zum Felsen, durch ein kleines Wäldchen, an Felsen mit alten Malereien vorbei, bis zu einem Wasserloch. Dort hinten war es wie in einem klimatisierten Raum. Von einem Meter auf den anderen war die Aussentemperatur deutlich kühler. Das Wasserloch am Fusse des Uluru wird vom Regenwasser gespiesen, welches hier durch die Känel vom Felsen käme.

 

Es war nun schon 17.30 Uhr, darum fuhren wir noch zum Sunrise.Point, um den Berg von dort aus zu bestaunen. Wir mussten schon fast pressieren, um vor Sonnenuntergang, welcher um 18.20 Uhr war, den Sunset-Point zu erreichen. Wir erreichten diesen rechtzeitig, aber die Wolken am Horizont waren zu dicht. Kein roter Ayers Rock heute Abend.

 

Wir fuhren zurück nach Yulara und bezogen unseren Standplatz auf dem Campingplatz. Es war mittlerweile schon finster, aber noch sehr schön warm. Zuerst erkundeten wir den riesigen Campingplatz, dann nahmen wir ein Apéroli.

 

Vor dem Kochen gingen wir noch an den Kiosk und kauften uns dort eine Crème gegen die Fliegen. Duftet wie Viks oder Pulmex… Ausserdem sahen wir noch 3 wilde Kaninchen, welche gemütlich auf dem Campingplatz herumhoppelten.

 

Dann war es höchste Zeit fürs Nachtessen. Wir schmissen ein paar Teigwaren in die Pfanne und gaben Tomatensauce dazu, fertig! Es war fein, wie fein so ein Gericht eben ist. Dazu wurde noch die Flasche Rotwein von gestern gekillt.

Nach dem Abwaschen und Aufräumen nahmen wir noch eine Dusche. Dann sassen wir noch kurz draussen, war es um 20.30 Uhr immer noch 24°C!! Plötzlich kam vom einen Moment auf den anderen Wind auf, was das ganze nicht mehr so gemütlich machte. Ausserdem waren wir müde und wir machten uns bereit fürs Bett. Schliesslich hatten wir mit 789.1km im Auto einen anstrengenden Tag hinter uns und wir waren entsprechend müde. Thömu schrieb im Bett noch den Blog fertig. Guet Nacht!

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