Tag 30: Freitag, 29. April 2011 – in der Opalhauptstadt
Tagwache war bereits um 5.00 Uhr. Die Alarmanlage eines Autos machte sich hupend bemerkbar. Wir mussten zuerst schauen, ob nicht etwa unser Wagen hupt. Nach einem Gang aufs WC konnten wir dann doch noch etwas weiterschlafen.
Gegen 7.00 Uhr war aber dann fertig mit schlafen. Wir schliefen eigentlich recht gut, haben uns langsam an den Camper gewöhnt. Draussen wurden schon eifrig zusammengepackt, also standen wir eben auch auf. Wir bereiteten unser Frühstück zu und assen es drinnen. Beim Frühstück können wir diese lästigen Fliegen noch nicht brauchen.
Als auch wir unseren Camper startklar gemacht hatten, fuhren wir bis zum Roadhouse. Dort mussten noch ein paar Fotos geknippst werden. Dann starteten wir. Zuerst kurz auf dem Oodnadatta-Track, dann gings links in Richtung Coober Pedy. Auch diese Strasse war zuerst mal gut zu fahren. Als ein ausgetrocknetes Bachbett mit viel Sand auf uns wartete, testeten wir mal unseren 4-Radantrieb und kamen gut hindurch. :-) Die sandige Strasse wurde immer schmaler. Einmal war sie schön Outback-rot, dann grau, dann beige, usw. Richtig abenteuerlich wurde es, als die Strasse umgeleitet wurde. Da wurde einfach eine neue Fahrbahn durch die Gegend gepflugt. Diese war sehr kurvenreich und schön rot sandig. Auch die Landschaft war abwechslungsreich, wobei der rote Boden in Richtung Coober Pedy etwas seltener wurde. Auf den 167km zwischen William Creek und Coober Pedy ist man absolut im Niemandsland. Gestern auf dem Oodnadatta-Track traf man immer wieder auf Campingplätze oder Roadhouses, hier war aber einfach nichts…
Da wir heute nicht so viel zum fahren hatten, fuhr Karin alles an einem Stück. So erreichten wir bereits vor dem Mittag Coober Pedy, die Opal-Hauptstadt. Im Visitor-Center informierten wir uns, was wir machen könnten. Wir stellten fest, dass es eigentlich nicht extrem viel zu machen gibt. Wir fuhren zum Old Timers Mine Museum. Dort konnten wir in eine Opal-Mine steigen. Opale sind die meistens grün schimmernden Steine und sind eine Art Edelsteine. Sie sind nämlich ziemlich teuer. Opale findet man ähnlich wie Kristalle, wenn man der Ader nachgeht. Da in Coober Pedy versuchte mancher mit Opalen reich zu werden. Zum Teil mehr, oder weniger erfolgreich. Um Opale zu finden muss in die Gesteinsschichten im Boden gegraben werden. Dies geschah früher mit primitiven Mitteln, heute mit Maschinen. Wir konnten nun in dieser Opalmine herumirren. Zum Teil waren die Gänge nicht einmal Mannshoch. Viele Leute da wohnen auch in solchen Hausminen. Diese sind zum Teil ganz schön, da die Wände so rötlich-beige sind. Temperaturmässig ist es sicher auch kein Seich, besonders im Sommer, wenn es über 40°C wird. Schlussendlich hatten wir genug von der Minenbesichtigung und gingen wieder ans Tageslicht. Da war es zwar nicht gerade 40°C, aber immerhin 29°C…
Wir wollten nun noch auf den Aussichts“berg“ von Coober Pedy, dem Big Winch Lookout. Hier sah man über die ganze Stadt und die Opal-Minen. Stadt würde man das ganze bei uns ja nicht nennen. Es ist mehr oder weniger ein Schrottplatz mit Häusern und Wohnminen. Cool wäre sicher eines der Underground-Hotels. Da wir aber mit dem Camper unterwegs sind, erübrigt sich das.
Vom Lookout sahen wir immerhin einen Supermarkt. Diesen steuerten wir dann an und kauften wieder Wasser, Brot und Milch ein. Auch der Supermarkt war eher ein Volg-Laden als ein Supermarkt… Zum Schluss mussten wir noch unseren Tank füllen und liessen schon fast wieder 100 Stutz liegen. Nach Thömus Berechnungen frist unser Camper nämlich ziemlich genau 10l auf 100km. Immerhin hatten wir noch einen 3-Cent-Ermässigungsschein vom Muesum, was aber doch mehr oder weniger ein Tropfen auf den heissen Stein war.
Nach dem Tanken hatten wir eigentlich nichts mehr zu tun. Das Tagesziel war erreicht und für Coober Pedy brauchten wir nicht so viel Zeit wie vorgesehen. Fazit Coober Pedy: Wir konnten uns über die Opale und so informieren, aber ist man hier eben im „nowhere“…
Wir steuerten den Camping-Platz an, welchen wir gestern ausgesucht hatten, denn weiterfahren wollten wir doch nicht. Auf dem Stuart Range Campingplatz steuerten wir einen Schattenplatz an, gut waren wir mit 14.00 Uhr ziemlich früh dran, so hatte es noch genügend Platz.
Gemütlich richteten wir uns ein und verbrachten den Nachmittag vor unserem Camper. Beschäftigungen: Fliegen verscheuchen, Apfel essen, Melone schneiden und dann verspeisen, lesen, Blog schreiben und chli brichtä.
Ein Camping-Nachbar kam noch zu uns und auch mit ihm brichteten wir ein bisschen. Es sagte uns aber, dass es hier im Outback im Moment so grün sei, wie sonst nie. Scheinbar erleben wir im Moment ein etwas anderes Outback, als sonst. Australien bekommt dieses Jahr ja wirklich genug Wasser…
Als die Sonne verschwand hatten wir natürlich wieder Ruhe von den Fliegen und begannen mit Kochen. Auf unserem Gaskocher bereiteten wir Reis, Peperoni und Rindsplätzli zu. Heute war das ganze eher etwas zu scharf, was es letztes Mal zu fade gewesen war.
Was solls, es war doch gar nicht so schlecht und dazu genossen wir noch ein Glas Wein vom Shiraz Cabarnet Savignon, welchen wir unterwegs gekauft hatten.
Nach dem Abwaschen konnte Karin noch kurz in einen Wohnwagen glüsslen und sah doch noch ein bisschen von der königlichen Hochzeit in England. Dann sassen wir noch etwas draussen, es war an diesem Abend noch schön angenehm warm draussen. Auf einmal bemerkte Thömu, dass wir die Fliegengittertüre nicht zu gemacht haben und so verbrachte er einige Minuten damit, Insekten im Wohnwagen zu beseitigen. Wir genossen noch ein wenig den Abend, bevor wir früh schlafen gingen, denn morgen wird ein langer Fahrtag. Vor dem Schlafen gehen sah Karin noch eine Sternschnuppe, was sie sich wohl gewünscht hat?