Tag 24: Samstag, 23. April 2011 – Entdeckungstour auf Kangaroo Island
Um 7.30 Uhr meldete sich in unserem Jugi-Zimmer der Wecker. Wir hatten beide auch schon besser geschlafen, die Matratze war nicht gerade die Beste. Wir machten uns bereit, und bald konnten wir die Jugi wieder verlassen. Die Rezeption war noch nicht offen, also deponierten wir den Schlüssel wieder dort, wo wir ihn gestern genommen hatten.
Das Frühstück nahmen wir draussen in Penneshaw am Meer. Zuerst mussten wir zwar noch Tisch und Bank abtrocknen, dann war aber alles bereit für ein flottes Frühstück draussen an der angenehmen Morgensonne.
Nach dem Frühstück starteten wir unsere Kangaroo Island – Tour und fuhren westwärts. Den ersten Halt machten wir am Pennington Bay. Hier hatten wir einen schönen Blick auf die Küste und das Meer. Nach ein paar Fotos ging die Fahrt wenige 100m weiter bis zum Parkplatz des Prospect Hill’s.
Auto parkieren und los ging’s unzählige Stufen empor auf den Aussichtsberg. Es war wundstill und die Sonne brannte so richtig an den Berg, was uns in schwitzen brachte. Der Rundumblick war auch ganz sehenswert.
Weiter fuhren wir Richtung Kingscote, den grössten Ort der Insel. In einem Café am Ortseingang, legten wir unsere erste Pause ein. Dann fuhren wir bis ins Dorf hinein und deckten uns noch mit den nötigen Lebensmitteln ein. Anschliessend stand Emu Bay auf dem Programm, wenn wir schon in der Region waren. Ausser dem einsamen Strand, welcher ziemlich stark von Seegras verschmutz war, hatte Emu Bay nicht viel zu bieten. Also ab südwärts und nahmen eine Abkürzung über eine nicht asphaltierte Strasse.
Dann weiter über die Inselstrasse Richtung Murray Lagoon. Die letzten 7km mussten wir auch wieder über eine nicht asphaltierte Strasse fahren. Zum Schluss noch einen halben Kilometer zu Fuss auf den Bald Hill. Man hatte eine Aussicht über den ganzen See und hätte noch jede Menge Vögel sehen sollen, was aber nicht wirklich so war.
Also das ganze wieder zurück und zum Seal Bay. Wie der Name schon sagt, da hat es Seals, oder zu Deutsch Seelöwen. Die australischen Seelöwen wurden fast ausgerottet, mittlerweile hat sich ihr Bestand etwas erholt. Habt ihr gewusst, dass Seelöwen 3 Tage am Stück im Meer mit Jagen beschäftigt sind? Nach diesen drei Tagen kommen sie für 3 Tage an Land und erholen sich dort. Darum pennen sie auch dauernd herum. :-)
Und beim Herumpennen wollten wir diese Seelöwen natürlich auch beobachten. Wir wählten die unbegleitete Tour, was so nicht ganz stimmt. Karin war nämlich der Guide. :-) Sie bekam an der Kasse ein A4-Blatt mit Seelöwen-Informationen auf Deutsch. So erklärte sie Thömu um was es da genau ging. :-) Wir konnten über einen Steg runter bis zum Strand gehen. Schon in den Sanddünen sahen wir erste Seelöwen am herumpennen wie auch ein Skelett von einem Blauwal, den man nach einem starken Schneesturm in einer benachbarten Bucht gefunden hatte. Der Strand war natürlich voll von den meistens schlafenden Seelöwen. Wir konnten sie von ziemlich nah beobachten. Die Sonne hat sich leider etwas zurückgezogen und es war mehr bewölkt, als sonnig. Immerhin war es mit 20°C immer noch angenehm warm.
Bald hatten wir genug gesehen und wir bereuten unsere Entscheidung überhaupt nicht, dass wir nicht eine geführte Tour gemacht haben. Diese hätte mit 27.50$ mehr als doppelt so viel gekostet, wie unser Eintritt mit Guide Karin. Und die geführten Personen wurden auch nicht näher an die Tiere herangelassen, wie wir von weitem erkennen konnten.
Für den nächsten Halt in „Little Sahara“ mussten wir einmal mehr fast einen Vollbremser machen, da man den Wegweiser erst sah, als wir an der Strasse schon vorbei waren. Also wenden und wieder neu abbiegen. Die Fahrt ging über eine furchtbare Strasse. Grösser könnten die Schlaglöcher wohl nicht sein. Zum Glück war die Strasse nicht allzu lang. Plötzlich waren wir auf einem kleinen Parkplatz und von weitem sahen wir die Sanddünen. Als erstes machten wir uns hier mal ein Sandwich und assen diese als verspätetes Mittagessen um 15.00 Uhr.
Dann hiess es Schuhe ausziehen und los auf die Sanddünen. Viele Touris vergnügten sich dort mit Sandboarden, Sandschlitteln oder einfach im Sand herumzutollen. Wir liessen es beim herumtollen sein, Boarden können wir nicht, einen Schlitten haben wir nicht dabei und Skis wurden keine angeboten… :-( Es hätte uns schon interessiert, ob wir im Sand wohl hätten Skifahren können. Aber auch zu Fuss konnten wir diese kleine Sandwüste auskundschaften und dort etwas Zeit verbringen.
Weiter ging’s. Schon kurz nach der Steuerübernahme von Thömu, hüpften in sicherer Entfernung 3 Kängurus zusammen über die Strasse, sah cool aus! :-) Dann machten wir einen Abstecher zum Hanson Bay, in der Hoffnung Koalas zu sehen. Am Naturstrassenrand sah Karin plötzlich etwas Stacheliges. Sofort hielten wir an und gingen zurück. Wir sahen unseren ersten Schnabeligel. Coolo Viech! Wir mussten einen Moment warten, bis er sich wieder in Sicherheit fühlte, dann kam er ganz aus dem Gras heraus und wühlte mit seinem Schnabel im Boden herum.
Koalas sahen wir bis Hanson Bay keine und auch dort vorne war nichts Spezielles zu sehen.
Der Tag ging schon langsam zu Neige, also fuhren wir an unser Ziel, dem Western K.I. Caravan Park. Hier auf Kangaroo Island haben wir wegen des langen Osterweekends (dieses geht bei den Aussies wegen dem ANZAC-Day dieses Jahr sagenhafte 5 Tage, bis am Dienstag) schon alles gebucht. Auf diesem Camping-Platz kamen wir zum zweiten Mal in den Genuss eines Cabins.
Uns wurde das hinterste Cabin auf dem Platz zugewiesen. Es war aber nicht ein so kleines, altes, kaltes Cabin. Sondern ein sehr modernes, freundliches Hüsli mit Laube, nur der Internetanschluss fehlte… ;-)
Nachdem wir unser Hüsli bezogen haben, machten wir uns auf den Weg zum Koala-Walk, in der Hoffnung, doch noch Koalas zu sehen. Heute war aber nichts mit Koalas, dafür hatte es wirklich jede Menge Wallabies, welche wir heute das erste Mal sahen. Was Wallabies sind? Eigentlich einfach kleine Kängurus. Der Kopf des Wallabies ähnelt mehr einer Maus als einem Känguru.
Schön, an diesem Tag doch noch ein paar Viecher lebendig zu sehen, haben wir am Strassenrand doch unzählige tote Tiere gesehen. :-(
Nach unserem Spaziergang setzten wir uns auf die Laube und aperölten ein bisschen. Vom Barossa Valley hatten wir noch Wein offen und Chips mussten auch noch weg. Wir sassen draussen, bis es finster war und uns zu kühl wurde.
Wir waren da absolut im Niemandsland und so gab es auch kein Restaurant. Für diesen Fall hatten wir vorsorglich zwei Mikrowellengerichte gekauft. Diese wurden nun in die Mikrowelle geschmissen und anschliessend verspiesen. Das war gar nicht so schlecht.
Zum Schluss des Tages hiess es Blog schreiben und den Abend ausklingen lassen.