Tag 21: Mittwoch, 20. April 2011 – Fels in der Brandung
Der Wecker machte sich heute schon früh bemerkbar. Nämlich um 5.45 Uhr. Wir wollten schauen, was das Wetter macht. Die Zwölf Aposteln wären bei Sonnenaufgang sicher noch schön gewesen. Um 5.45 Uhr war es aber noch stockfinster. Durch die Wolken sah man den Mond schimmern. Wir entschieden, noch etwas zu schlafen. Nächste Weckzeit - 7.00 Uhr, dann war es Bewölkt, so stellten wir den Wecker noch eine Stunde später auf 8.00 Uhr.
Um 8.00 Uhr waren wir aber schon aufgestanden, geduscht und beim Frühstück in unserer Stube. Wir nahmen es gemütlich, das Wetter war noch kein bisschen besser.
Um 9.00 Uhr verliessen wir dann unser Hotel. Wir fuhren auf der Great Ocean Route zurück Richtung Twelve Apostels. Es waren noch nicht sehr viele Leute da, dafür viele Wolken. Dennoch gingen wir den Parcours von gestern nochmals ab und machten noch ein paar Fotos bei besserem Licht als gestern Abend. Es war wieder beeindruckend diese Gesteinsnadeln, welche bis zu 65m hoch sind, zu sehen und wie die hohen Wellen daran branden. Eigentlich sind es gar nicht mehr 12 Aposteln, sondern nur noch 10. Zwei Felsen sind 2005 eingestürzt. Weitere werden wohl früher oder später noch folgen.
Dann fuhren wir noch bis zu den Gipsons Steps. Da konnten wir über Stufen im Felsen bis zum Strand runter gelangen und so sah man die äusserte Gesteinsnadel mal von unten.
Wir mussten aufpassen, dass wir vom hohen Wellengang keine nassen Füsse bekamen. Thömu konnte aber doch noch ein wenig Sand ans trockene bringen. :-)
Als wir wieder beim Auto waren, beschlossen wir, nochmals Halt bei den Twelve Apostels zu machen. Wir dachen beim Parkplatz sei ein Souvenirshop, welcher vorher noch geschlossen war. Als wieder diesen vermeintlichen Shop betraten, merkten wir, dass dies nur ein Kiosk für Getränke und Esswaren war.
Mittlerweile hatte es aber blaue Löcher im Himmel gegeben. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich die Aposteln im Sonnenlicht zeigten. Also bestellten wir mal einen Cappuccino und gingen damit zu den Felsnadeln. Und siehe da, schon nach kurzer Zeit präsentierten sich diese in der Sonne. Das Fotoshooting konnte wieder von vorne beginnen…
Irgendwann konnten wir uns doch noch von diesem faszinierenden Ort lösen und fuhren weiter Richtung Nordwesten. Mit uns verschwand auch die Sonne wieder. Die grüne, landwirtschaftlich geprägte Landschaft, passt eigentlich nicht zu denn schroffen Küstenfelsen. Unterwegs erschraken wir leicht, als uns in einer Kurve ein Fuchs vom Strassenrand aus zublinzelte, er blieb aber schön brav stehen. Port Campbell liessen wir hinter uns und bald mussten wir schon wieder links abbiegen, um bei „The Arch“ einen Blick an die Küste zu werfen. Ein Felsentor war zu sehen und die heftige Brandung stürzte sich manchmal durch den Bogen.
Weiter ging die Fahrt für ein paar Meter, dann wartete die London Bridge auf uns. Hier ist noch ein Torbogen zu sehen. Seit 1990 ist es nur noch einer, vorher war dieser Bogen noch mit einem weiteren Bogen zum Festland verbunden. Als er einstürzte mussten zwei Touristen von der neuen Insel geflogen werden. Auch hier war die heutige Brandung beeindruckend, sie füllte manchmal den ganzen Bogen der London Bridge.
Der letzte Halt an der Great Ocean Road machten wir im Grotto: „The Grotto“. Man kann da in eine Felsschlucht hinabsteigen und hat von da die Sicht aufs Meer hinaus. Glücklicherweise kamen die Wellen nichts ins Grotto hinein…
Als wir beim Grotto losfuhren, war es bereits 12.00 Uhr und wir hatten bereits 36km auf dem Tageskilometerzähler. Eine Glanzleistung! :-) Bald verlief die Great Ocean Road nicht mehr dem Meer entlang, sondern gegen das Landesinnere. Durch die wieder von Landwirtschaft und Kuhwirtschaft gezeichnete Gegend zu fahren, war nicht besonders reizvoll. Bald kamen wir in die Gegend von Warrnambool. Dort war irgendein Tourist-Drive markiert, diesem folgten wir, schliesslich wollten wir irgendwo noch etwas Zmittag essen. Wir kamen zum Logans Beach, dort würde man zur Wal-Saison Wale sehen, ist aber nicht Saison, also machten wir es uns im Auto bequem (draussen war es windig und mit 16°C relativ frisch) fürs Zmittag. Die üblichen Käse-/Fleischsandwiches, Jogurt und Nachos wurden verspiesen (Super Kombination…).
Wir fuhren weiter bis ins Zentrum von Warrnambool. Dort mussten wir als erstem Mal tanken. Dann gingen wir zum Flagstaff Maritim Museum und besuchten dieses.
Es war eine Art Ballenberg, welches Warrnambool als wichtiger Schiffshafen Ende 19. Jahrhundert zeigt. Es war noch ganz interessant und eine Abwechslung zu den Landschaften, aber Ballenberg ist schöner. :-)
Nach einem Kaffee und einem Schokobrownie war es höchste Zeit weiterzufahren. Schliesslich war es kurz vor 16.00 Uhr und wir hatten noch fast 100km vor uns. Wir kamen zügig vorwärts und erreichten unser gesetztes Tagesziel Portland bei Sonnenschein, um kurz nach 17.00 Uhr. Am Stadteingang hat Thömu etwas von „Free Internet“ gesehen und beim Comfort Inn, welches wir ansteuerten stand nichts. Also fuhren wir zurück. Dort angekommen sahen wir, dass dies ja ein Camping-Platz ist. Dennoch gingen wir zur Rezeption und fragten nach Cabins. Das sind so Hüttli auf dem Campingplatz, wo alles dabei ist, man muss also nicht campieren. Wir erhielten so ein Cabin, bezogen dieses aber noch nicht gleich.
Nun wollten wir nämlich noch zum Cape Nelson Lighthouse fahren. An diesem schönen Abend könnte man evtl. noch den Sonnenuntergang sehen. Die Strasse führte durch dichtes Buschland unterwegs mussten wir sehr auf Kängurus aufpassen. Einmal stand eines auf der Strasse und weitere Male sahen wir welche am Strassenrand.
Am Leuchtturm angekommen war die Abendsonne schon ziemlich tief. Wir gingen auf einen Aussichtpunkt direkt beim Leuchtturm, konnten noch schöne Fotos machen und den Sonnenuntergang geniessen. Langsam wurde es ziemlich frisch. Die Sonne verschwand auch ziemlich schnell und so konnten wir auch wieder ins warme Auto verschwinden.
Mit grosser Acht fuhren wir zurück nach Portland. Unterwegs hüpfte uns noch ein Häsli davon, sonst gibt es nichts zu berichten. In Portland steuerten wir ein Restaurant an und fanden ein Beizli, welches gemütlich aussah. Dort bestellten wir Eye-Fillet Beef mit leckeren Herbstzutaten.
Nach dem Nachtessen suchten wir dann unser Cabin auf. Gesucht, sofort gefunden. Das kleine Cabin wies eine Küche, ein Schlafzimmer, ein WC und ein dreier-Kajütenbett im Gang auf. Es war relativ frisch (17°C) darin und wirklich gemütlich war es also auch nicht.
Dennoch planten wir den nächsten Tag, welcher Richtung Barossa Valley geht und buchten dort auch gleich die Unterkunft. Dann wurde noch Blog geschrieben und im Internet gesurft, bis das Zeitguthaben aufgebraucht war… ;-)