Tag 43: Donnerstag, 12. Mai 2011 – Krater und Wasserfälle

Veröffentlicht auf von Karin & Thomas

Um 6.00 Uhr machte sich der Wecker in unserem SpaceShip bemerkbar. Wenn wir schon direkt am Meer schlafen, wollten wir doch auch mal den Sonnenaufgang bewundern. Thömu’s iPhone meldete gestern, dass der Sonnenaufgang in Ellis Beach um 6.36 Uhr statt finden würde.

 

Geschlafen haben wir in unserm Raumschiff alles andere als gut. Besonders die 3-teilige Matratze machte uns etwas zu schaffen und wir waren froh, konnten wir aufstehen.

Es war schon ziemlich hell und der Blick durch die Palmen an den rötlich gefärbten Horizont, war wunderschön. Geduldig warteten wir auf den Sonnenaufgang. Da sich die Farben immer wieder veränderten, ging die Zeit schnell um und die Sonne liess sich um 6.36 Uhr durch eine kleine Wolkenlücke am Horizont erblicken. Dann verschwand sie wieder für kurze Zeit im Wolkenband am Horizont, zeigte sich dann aber in voller Pracht. Welch schöner Morgen und dies schon bei 20°C!!!

 

Nun, wenn wir schon auf waren, dann ab zum Frühstück. Wir bereiteten uns ein gemütliches Beach-Frühstück zu und genossen dies auch entsprechend. Nachdem wir aufgeräumt hatten, hatte Thömu noch das Gefühl, er müsse noch ein Morgenbad nehmen und zwar im Meer. Dies war in Ellis Beach möglich, da es in einem kleinen Abschnitt Quallennetze hatte. Dort stieg dann Thömu auch ins 27°C warme Meer, unter Beaufsichtigung von Lifegard Karin und dem Föteler. Nach dem Bad noch die Süsswasserdusche und am Beach musste auch noch ausgiebig fotografiert werden, so traumhaft schön war dieser Strand mit seinen grossen Palmen.

 

Schlussendlich verliessen wir gegen 9.00 Uhr diesen schönen Campingplatz, welcher auch ohne Camper ein absoluter Geheimtipp ist (es hat auch Cabins). Das etwas schlechte Schlafen, hat sich mit dem schönen Morgen am Strand doch wieder ausbezahlt.

 

Den nächsten Halt machten wir in Palm Cove. Wir wollten dort den Postkartenstrand begutachten, bemerkten aber, dass der Strand von Ellis schöner war. Also wieder in unser Schiff und weiter durch die 6 Kreisel Richtung Cairns – ca. vier fehlten, da wir heute Cairns umfuhren. Südlich von Cairns mussten wir ein erstes Mal unser Chäri tanken und fuhren dann Richtung Westen in das Gebirge. Die Strasse in die Atherton Tablelands ging zuerst flach durch einen Talboden, dann gings überaus kurvig den Hoger hinauf und zwar von 0m über Meer bis auf über 700m! Was die Kurven anbelangt, sind sogar unsere Passstrassen einen Dreck dagegen!!! Da gab es praktisch nie ein gerades Stück Strasse!

Kaum hatten wir genügend Höhe erreicht, erblickten wir ein hügeliges Plateau, kurz gesagt, das Emmental. Halt machten wir am Lake Barrie. Das ist ein idyllischer Kratersee mit Beiz. In dieser Beiz gab es dann auch einen Cappuccino. Nach diesem Kratersee gingen wir zum benachbarten, dem Lake Eachman. Er ist etwas kleiner, aber weniger touristischer und darum noch gerade etwas idyllischer. Welch eine Ruhe da!. Hat es hier nämlich keine Beiz, oder so. Das saubere Seewasser war auch sehr warm, man hätte prompt baden können. Am Turtle-View-Punkt wollten wir noch schauen, ob wir wohl ein paar Schildkröten sehen, nichts… dann gingen wir zu einem anderen Aussichtspunkt am Kratersee und genossen die Idylle. Auf dem Rückweg zum Auto hielten wir nochmals nach Schildkröten Ausschau und siehe da, da padelten 3 Schildis im Wasser herum! Es handelt sich um eine Art, welche in Australien selten vorkommt und irgendwie auch unter Wasser atmen kann. So à la Fischli. Ab und zu wollen sie aber dann doch noch etwas frische Luft von der Oberfläche.

 

Unser nächster Halt war ein Feigenbaum. Von diesem Feigenbaum haben uns die Aargauer auf dem gestrigen Campingplatz erzählt (gem. ihrem ausgewanderten Kollegen ein absolutes MUSS). Auf einmal merkten wir, dass wir ganz in der Nähe waren und steuerten diesen Giganten an. Der über 500 Jahre alte Curtin Fig Tree ist eine riesige Würgefeige, deren Wurzeln einen dichten Vorhang bilden und somit einen riesigen Baumklotz darstellen. Dieser Baum, welcher eigentlich aus 4 Bäumen besteht, hatten wir bald gesehen und fuhren weiter. Nächster Halt Malanda Falls. Dieser „Wasserfall“ war also nicht wahnsinnig berauschen, war es doch eine mehrbessere Flussschwelle. Trotzdem war es hier noch ganz schön und wir mampften da unser Zmittag. Einmal mehr Sandwichs und dann noch ein Yogurt…

Hier sah man noch Hochwasserspuren. Wahrscheinlich hat der Bach vor ein paar Monaten ziemlich viel Wasser geführt.

 

Nach der Pause wollten wir „The Crater“ im Hypipamee National Park ansteuern, konnten die Strasse, welche auf unseren Karten dargstellt war, nicht finden. Auch Navi Franzi konnte uns nicht helfen, er kannte den Krater nicht… Wir mussten nun einen Umweg in Kauf nehmen. Für den Umweg wurden wir aber belohnt, indem wir an einem wahnsinnig schönen Lookout vorbei kamen. Man sah über die hügelige Tablelands-Landschaft, bis hin zum Meer.

Dann kamen wir nach 20km doch noch zu diesem Krater. Nach dem angegebenen 350m Mussmarsch erreichten wir den zylindrischen Krater, welcher nur gerade einen Durchmesser von 61m hatte. Von der Aussichtsplattform sah man 58m in die Tiefe, auf den mit grünen, Pflanzen bedeckten Kratersee. Dieser See sei nochmals 85m tief.

 

Langsam wurde es höchste Zeit weiter zu fahren. Wir hatten zwar noch viel zu Tun, mit der Suche der Baumkänguruu-Warntafel, welche wir auf dem Hinweg gesehen hatten. Auf dem Rückweg war aber keine solche aufgestellt, gibt’s eben kein Foto von dieser Tafel.

Nun stand noch der Millaa Millaa Waterfall Circuit auf dem Programm. Zuerst mussten wir nach Millaa Millaa fahren und waren erstaunt, dass wir in diesem verschlafenen Kaff nichts von Wasserfällen sahen. Nach dem WC- und Zvieri-Öpfu/Orange-Stopp bemerkten wir, dass wir nicht ins Dorf selber fahren mussten. Also etwas auf der Hauptstrasse weiterfahren, dann in die 16km-Rundstrasse abbiegen.

Als erstes erreichten wir die Milla Milla Falls. Ein sehr schöner Wasservorhang in grüner Landschaft war zu sehen. Wir fuhren dann weiter zum Zillie-Fall, welchen man nur von oben herab bewundern konnte.

Der letzte Wasserfall war der Ellinjaa Fall, eigentlich fast der Schönste. Zuerst mussten wir im tropischen Regenwald eine Treppe runtersteigen, bis wir am Fusse des Wasserfalls ankamen. Welch ein schöner Anblick!!!

 

Da wir heute noch bis Mission Beach fahren wollten, mussten wir nun langsam Gas geben. Von den Tablelands auf ca. 700m mussten wir zur Küste auf logischerweise 0m. Durch die grünen Hügel, welche die Abendsonne so schön beleuchtete, fuhren wir rasant talwärts. Es wurde wieder flacher und bald kurvten wir wieder durch Zuckerrohrfelder Bananen- und Teeplantagen.

Zum Teil sahen wir in den Bananenplantagen Stauden mit vielen Früchten, dann solche, wo kaum so ein Bananenbündel zu sehen war. Es gab auch Plantagen, welche völlig zerstört waren, da war der Zyklon Yasi am Werk. Je näher wir nach Mission Beach kamen, desto kahler waren die Bäume. Vom Highway nach Mission Beach geht es laut Reiseführer durch dichten Regenwald. Wir fuhren durch eine Landschaft, wo einfach ein paar mehr oder weniger kahle Baumstämme herumstanden, oder besser gesagt lagen.

Mission Beach erreichten wir schon fast bei Dunkelheit. Wir haben eigentlich einen richtigen Badeort erwartet, aber wahnsinnig viel bot dieser Ort scheinbar nicht. Ein paar Unterkünfte und fast keine Restaurants. Wir fuhren noch etwas der Küste entlang und wendeten dann, als wir merkten, dass wir Mission Beach schon verlassen hatten. Dort wo wir wendeten, war noch ein Bootssteg und früher wohl mal eine Toilette. Zu sehen war aber nur noch der Plättliboden…

 

Zurück nach Misson Beach, wo wir das Castaway on the Beach Resort ansteuerten. Ja, wir schliefen schon wieder nicht im Spaceship (so war das auch nie geplant, sondern eher als Notschlafstelle, da die Preisdifferenz zum normalen Mietwagen doch Minim ist). Wir handelten im Hotel noch einen besseren Preis aus und bezogen dann unser Zimmer bezogen. Dann gingen wir sofort zum Znacht, hatten wir doch Hunger. Im Restaurant konnte man eigentlich nur draussen essen und heute Abend wurde es also schon ziemlich frisch. Es war schade, unser Entrecôte mit Kartoffelstock wurde ziemlich schnell kalt. Wir genossen es trotzdem und gingen dann fürs Kafi an einen geschützteren Ort.

 

Im Zimmer wurden wir nicht mehr alt. Internet hatten wir keines und der Blog wurde auch nicht zu Ende geschrieben, da die Augendeckel nach der SpaceShip-Nacht und dem Sonnenaufgang ziemlich schwer wurden.

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