Tag 28: Mittwoch, 27. Mai 2011 – Holprig durch die Flinders Ranges

Veröffentlicht auf von Karin & Thomas

Wecker brauchten wir keinen Wecker. Wir waren schon einen Moment wach, als wir um ca. halb acht Uhr aufstanden. Die erste Nacht im Camper haben wir nicht so wahnsinnig gut geschlafen. Was solls, wird wohl noch besser. :-) Es wurde relativ frisch im Camper. Als wir nach draussen gingen, um zu duschen, staunten wir nicht schlecht, dass es an der Sonne bereits angenehm warm war.

 

Nach der Dusche stellten wir unsere Stühle und den Tisch wieder auf und machten das Frühstück bereit. Dieses konnten wir dann ganz gemütlich draussen bei schönstem Sonnenschein geniessen.

Dann hiess es noch Abwaschen und Zähne putzen und schon mussten wir alles in den Camper verstauen.

Nun konnte unsere Fahrt Richtung Norden beginnen. Schon bald mussten wir wieder den einen oder anderen Fotohalt einlegen, zeigte sich doch eine schöne Landschaft mit roten Felsen, grünen Bäumen und Büschen und dem blauen Himmel. Wir steuerten das ca. 50km entfernte Wilpena an. Wilpena ist der Ausgangspunkt für Ausflüge auf und in den Wilpena Pound, dem riesigen, natürliche Felsbecken, das von steilen Felswänden komplett umschlossen ist (Fläche 80qkm).

 

Wir informierten uns im Visitor-Center über Ausflugsmöglichkeiten. Uns wurde eine Wanderung in den Pound und dann noch zu einem Aussichtspunkt empfohlen.

Zuerst stärkten wir uns aber noch mit einem Kaffee. Dann machten wir uns für die Wanderung bereit, packten Wasser und etwas zum Knabbern ein. Los ging’s durch den Wald zwischen den Felswänden hindurch in den Wilpena Pound. Der Weg war ziemlich Flach und gut zu gehen. Im „Ententeich“ angekommen, entschieden wir uns, den Aufstieg zum Wangara-Lookout auch noch unter die Füsse zu nehmen, den bis jetzt haben wir nicht viel anderes als Wald und zwei Kängurus bei der Mittagsruhe gesehen.

Steil gings bergauf und es war ziemlich heiss. Doch der Aufstieg hat sich gelohnt. Wir konnten den ganzen Pound überblicken. Es sieht zwar nie so faszinierend aus, wie wenn man die Luftaufnahmen sieht, aber immerhin konnten wir die Grössenordnung dieses Gebietes bestaunen. Des Weiteren sahen wir massenhaft Eidechsen und „Dragons“.

Schlussendlich mussten wir den gleichen Weg wieder zurückgehen, das gab bis zum Visitor Center doch immerhin 8km, welche wir zurücklegten. Für diese brauchten wir inkl, Pausen und Fotostopp 2 ½ Stunden, angegeben waren 3…

 

Beim Visitor Center genehmigten wir uns ein feines Glacé, bevor wir wieder in den Camper stiegen und weiterfuhren. Immer nordwärts. Uns wurde die Fahrt durch das Bunyeroo Valley empfohlen. Dan machten wir doch das. Also verliessen wir nach wenigen Kilometern die asphaltierte Strasse. Auf einer Naturpiste gings weiter durch sehr hügeliges Gebiet und wir hinterliessen eine weite Staubfahne. Am Bunyeroo Valley Lookout mussten mal ein paar Fotos geschossen werden, schliesslich haben wir genau dieses Bild schon auf den Postkarten gesehen. :-) Dann gings steil bergab und weiter durch schöne Landschaft nordwärts.

Unterwegs machten wir noch Fahrerwechsel, damit Karin auch noch über das Geholper fahren konnte. Die Strasse wurde immer schlechter, wir waren froh, einen Geländegänger zu haben, obwohl wir den 4-Radantrieb bis jetzt noch nie zuschalten mussten.

Auf der Brachine Gorge Road wurde es dann schon fast abenteuerlich. Durch eine Schlucht gings durchs mehr oder weniger ausgetrocknete Flussbett. Scheinbar war hier vor Kürze mal viel Wasser. Die Fahrt war aber sehr Abwechslungsreich und schön. Unterwegs sahen wir noch ein ganz schönes Känguru, welches die Farben grau, schwarz und braun trug und einen gestreiften Schwanz hat.

Nach den 9 letzten, aber sehr steinigen Kilometern erreichten wir die Weiten des Outbacks. Wie abgeschnitten endete das hügelige Gebiet und machte dem Flachland Platz.

 

Die Piste wurde feiner und wir konnten endlich wieder etwas beschleunigen. Dann kamen wir wieder auch eine asphaltierte Strasse und fuhren auf dieser nur noch 30km bis Parachilna. In diesem ganz kleinen Kaff zwischen Strasse und Eisenbahnlinie hatte es gemäss unseren Unterlagen einen Campingplatz. Diesen sahen wir aber nicht. Also fragten wir im Hotel nach. Und siehe da, das Camping konnten wir gleich dort lösen.

So konnten wir unseren Camper auf den leeren, kleinen Campingplatz (mehr ein Parkplatz als sonst etwas) stellen und unsere Sachen installieren. Dann mussten wir sofort den Sonnenuntergang bestaunen, welch eine Farbenpracht! Dazu nervten uns noch ein paar Fliegen, welche aber mit der Sonne zusammen von der Bildfläche verschwanden.

Heute Abend wollten wir grillieren. Wir sahen keine Grillstelle und fragten nach, wo man grillen kann. Auf dem Parkplatz durften wir unsere Briquettes nicht anfeuern. Also entschieden wir uns für die Bratpfanne. Also dann, Camping-Gaskocher in Betrieb nehmen! Wir kochten Reis und brätelten unser Fleisch eben in der Bratpfanne.

Wir hatten etwas mit dem starken Wind zu kämpfen, der hier bliess. Eigentlich wäre es ziemlich warm gewesen, aber der Wind machte die Sache ungemütlich, also assen wir drinnen. Das Essen war gar nicht so schlecht, etwas Aromat hätte wohl nicht geschadet, aber auch dieses ist immer noch in Spiez.

Nach dem Essen bemerkten wir, dass wir neben einer berühmte Gourmet-Beiz gegrillt haben und unser Reis-Rindsplätzlifrass dem Gourmet-Schmaus bevorzugten. Schade, aber was solls.

 

Abwaschen mussten wir  auch noch, bevor wir es uns im Camper gemütlich machten und noch die nächsten Tage bis zum Ayers Rock planten und anschliessend Blog schrieben. Während wir drinnen sassen und diesen Beschäftigungen nachgingen, hörten wir plötzlich lautes Brummen. Hm, dass muss ein Zug sein. Als wir rausguckten, sahen wir einen Güterzug durchfahren, und es wollte einfach kein Ende nehmen. Es ratterte ca. 3 Minuten lang und der Zug fuhr relativ schnell. Rattern – da ist noch zu sagen, dass die Loks das lauteste waren…

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