Tag 50: Donnerstag, 19. Mai 2011 – Auf den Spuren von Platypus

Veröffentlicht auf von Karin & Thomas

Auch heute Morgen des 50. Tages stellten wir den Wecker auf 8.00 Uhr. Wir standen dann bald einmal auf und frühstückten. Danach mussten wir wieder unseren Kram zusammenpacken und ins Auto verfrachten.

 

Wir checkten aus und fuhren ein paar Meter bis zu den Geschäften und Restaurants von Airlie Beach. Dort parkierten wir und gingen noch ein bisschen durch die Geschäfte, wenn sie schon mal offen hatten. Wieso die Geschäfte hier nur offen haben, wenn alle Leute auf irgendeiner Insel sind und geschlossen sind, wenn alle zurück wären, leuchtet uns einfach nicht ein… Ist ja nicht unser Geschäft.

Ausser einem Magneten von den Whitsunday Island, kauften wir gar nichts.

 

Nach dem Ladenrundgang, gingen wir nochmals ins Restaurant Capers, wo wir gestern dinniert hatten. Dort bestellten wir uns einen Cappuccino und luden zum Kaffee noch gerade den Blog aufs Internet, da man dort gratis-Zugang hatte.

 

Als unser Blog aktualisiert und das Kaffee getrunken war, stiegen wir ins Auto und fuhren Richtung Süden. Ziel der Eungella National Park. Zuerst ging es über den Highway, dann über eine schmale kurvenreiche Strasse durch hügeliges Gebiet. Diese Strasse schaute unser Franzi als schnellste an. Wird wohl schon stimmen. Auf dieser Route sahen wir zum Teil auch noch ein paar Hochwasserschäden, welche wohl von der grossen Januar-Flut stammten. Die Strasse war aber ausser ein paar Schlaglöchern problemlos befahrbar.

Endlich kamen wir dann auf die Hauptstrasse nach Eungella, so kamen wir wieder etwas schneller vorwärts. Kurz überlegten wir noch, ob wir diesen Abstecher 80km pro Weg wirklich machen wollten. Wir entschieden uns aber dann, wie schon gestern, dafür. Zuerst führte die Strasse durch das grüne Pioneervalley, welches vom Zuckerrohranbau geprägt ist. Links und rechts der Strasse nichts anderes als Zuckerrohrfelder mit dem verzweigten Netz der sehr schmalspurigen Cane-Railway (Zuckerrohr-Eisenbahn).

 

Zuhinterst im Talkessel gings dann steil bergauf. Massenhaft Vorsicht-Schilder warnten vor der Strasse mit der 12%-Steigung. Ausser der Steigung war die Strasse auch schmal und äusserst kurvenreich. Wir genossen die fahrt durch den Regenwald und kamen nach wenigen Minuten auf der „Passhöhe“, dem Kaff Eungella auf 680m.ü.M an. Das Wetter war da oben sehr wechselhaft. Immer wieder kamen kleinere Regenwolken, dann wieder blaue Löcher… Wir beschlossen zum Broken River zu fahren und dort nach Platypus Ausschau zu halten.

Wir parkierten unser Chäri und gingen zur Holzbrücke, welche auch im Reiseführer erwähnt ist. Dort waren schon Leute, welche gespannt ins Wasser schauten. Wir gafften auch mal ins Wasser. Bis auf eine Wasserschildkröte sahen wir aber nichts. Dann plötzlich tauchte wie aus dem Nichts ein Platypus, oder auf Deutsch ein Schnabeltier, auf. Platypus kann man als australische Art des Bibers anschauen. Wobei sich die zwei Tiere eigentlich nur von der Schwanzform her ähneln. Es ist nicht besonders gross und liegt mit wie ein Krokodil flach im Wasser und hat einen grossen Schnabel. Das Schnabeltier bekommt man nicht sehr oft zu Gesicht, meistens nur in der Dämmerung. Hatten wir doch Glück, mitten im Nachmittag schon nach wenigen Minuten so ein Viech zu sehen. Thömu wollte noch das Objektiv wechseln, aber für dies reichte es nicht und schon war Mr. Platypus wieder verschwunden. Wir warteten noch recht lange, aber es wollte sich einfach nicht mehr zeigen.

Wir gingen noch zu einer Beobachtungsplattform. Dort sahen wir ausser massenhaft Schildkröten rein gar nichts. Doch, wir trafen wieder auf die Deutschen, die wir gestern auf dem Schiff kennengelernt hatten. :-)

 

Wir beschlossen, mal das Zmittag zu essen. Auf dem Parkplatz mampften wir das doch eher trockene Baguet-Brot mit Aufschnitt, bzw Philadelphia und Tomätli. Zum Dessert genehmigten wir uns noch eine Lindorkugel, welche im Coles gerade Aktion waren. ;-)

 

Nach dem Zmittag gingen wir zum Informationszentrum. Nach dem WC-Besuch bemerkte Thömu, dass sein Sackhegel im Hosensack fehlte. Er ging also schnell zurück zum Auto. Schon unter der Brücke sah er Luftplätterli, welche aus dem Wasser stiegen. Doch zuerst musste der Hegel gefunden werden, welcher dann tatsächlich ein paar Meter weiter, mitten auf dem Weg lag. Zurück zum Bach und schon sah er ein Schnabeltier, welches sogleich aufgetaucht war. Diesmal reichte es auch für ein Foto.

Nun musste noch Karin alarmiert werden. Bei der Information sagte uns aber eine Dame, dass weiter Bachabwärts noch mehr Schnabeltiere zu sehen seien. Also gingen wir zuerst mal Bachabwärts. Nach ein paar Metern erreichten wir einen kleinen Pool und da schwammen gerade zwei Schnabeltiere auf uns zu. Sie verschwanden aber auch bald, als sie uns bemerkten. Wir mussten unter den Bäumen Schutz vor dem erneuten Regen suchen und beobachteten das Seelein. Richtiges Platypus-Watching war das. Immer wieder sahen wir die coolen Viechli auftauchen und dann bald wieder verschwinden.

 

Als wirs gesehen hatten, gingen wir zurück zur Brücke, kein Platypus, nochmals zur Beobachtungsplattform – kein Platypus. Wir sahen noch einmal die Deutschen, welche noch kein Schnabeltier sahen, also schickten wir sie noch zu diesem Seelein.

 

Dann stiegen wir ins Auto und fuhren zurück zum Pass. Zuerst gings durch hügeliges Gebiet, wie bei den Tablelands auf ca. 600 Metern über Meer, dann an der Kante steil bergab ins tief liegende Tal. Vom Lookout Sky Window genossen wir noch diesen Blick ins Tal runter. Der gang zum Lookout war etwas gespenstig, war der Regenwald hier von den Wolken etwas eingenebelt.

 

Bei der „Passhöhe“ machten wir nochmals einen Lookout-Halt für einen Selbstauslöser. Dann stiegen wir ins Auto und fuhren talwärts. Wir steuerten Mackay an, wollten wir dort übernachten, da wir den Eungella NP nun gesehen hatten.

Vor Mackay, der Zuckerhauptstadt, fuhren wir an mehreren Zuckerfabriken vorbei, welche aber die meisten noch nicht in Betrieb waren. Die Zuckerrohrernte beginnt laut Reiseführer erst im Juli. Auf einer Warntafel wurde man aber schon darauf hingewiesen, dass die Zuckerrohrernte soeben begonnen hat… Was jetzt? Die Cane-Railway-Schienen sind auf jeden Fall noch verrostet und für diese Saison unbefahren.

 

Wir steuerten ein Motel in Mackay an. Schon auf der Fahrt in Mackay hinein, kamen wir an vielen Motels vorbei. Überall stand „No Vacancy“ (Ausgebucht). Was ist den hier los? Wir sahen nur ein einziges Motel, welches das „Vacancy“ angeschrieben hatte, dies war uns aber gar nicht sympathisch. Hier muss irgendetwas los sein… Wir beschlossen weiter nach Süden zu fahren, zum nächsten Kaff Namens Sarina Beach. Das dortige Motel war aber auch ausgebucht. Also fuhren wir schon bei völliger Dunkelheit an den Highway nach Sarina. Die dortigen Motels waren auch alle ausgebucht. Unterwegs sahen wir mal ein Schild „Sarina… 22. Mai…“ wird hier übers Wochenende wohl irgendein Grossereignis stattfinden.

 

Wir beschlossen im Steakhouse etwas zu Essen, dann haben wir immerhin schon dies erledigt. Beide bestellten Eye Fillet, welches sehr gut war. Der Härdöpfustock, den es dazugab, war hingegen etwas komisch. Was solls, Hauptsache das Fleisch war wirklich gut.

 

Nun blieb uns nichts anderes übrig, als unsere Notschlafstelle Biff ins Leben zu rufen! Wir steuerten den Tropicana-Campingplatz an. Da war an der Rezeption kurz vor 20.00 Uhr natürlich alles finster. Zu Fuss schauten wir uns auf dem Platz um und sahen einen Platz, wo wir unseren Biff neben einer Lampe parkieren konnten. Dies ist praktisch, da Biff ausser den Scheinwerfen kein Aussenlicht hat.

Wir holten dann Biff und parkierten ihn auf einen Platz zwischen Palmen. Wie und was morgen genau zu machen ist, wissen wir nicht, interessiert uns auch noch nicht.

Natürlich kann man um 20.00 Uhr noch nicht ins Bett gehen. Zum Glück ist unser Platz windgeschützt und scheinbar haben wir heute einen milden Abend erwischt. Wir konnten unsere Stühle wieder einmal ausgraben und den Abend draussen geniessen. Um 21.30 Uhr war es immer noch 20°C!

Draussen schrieben wir dann auch noch den Blog und spielten auf dem Natel herum, bevor wir uns um ca. 22.00 Uhr im Auto fürs Schlafen verkrochen. Na dann, Gute Nacht!

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